Abschluss möglich: Ja — abhängig von Anfallshäufigkeit und Dauer der Anfallsfreiheit
Anfallsfrei seit 2+ Jahren: Häufig ohne Zuschlag versicherbar
Risikozuschlag: 25–100 % je nach Schwere und Kontrolle
HIS-Warnung: Erst anonyme Voranfrage, dann offizieller Antrag
Epilepsie und Risikolebensversicherung — das geht, erfordert aber die richtige Strategie. Die meisten Menschen mit kontrollierter Epilepsie können sich zu vertretbaren Konditionen versichern. Dieser Ratgeber erklärt, worauf Versicherer achten und wie Sie die beste Lösung finden.
Wie Versicherer Epilepsie bewerten<\/h2>
Versicherer beurteilen Epilepsie nicht pauschal — entscheidend sind:
Faktor
Günstig für Versicherbarkeit
Ungünstig
Anfallsfreiheit
2+ Jahre ohne Anfall
Häufige oder unkontrollierte Anfälle
Medikation
Gut eingestellt, stabil
Häufig wechselnde Medikamente
Epilepsie-Typ
Fokale Epilepsie, gut kontrolliert
Schwere generalisierte Epilepsie
Begleiterkrankungen
Keine neurologischen Begleiterkrankungen
Cognitive Einschränkungen, Hirntumor
Dauer der Erkrankung
Stabile, langjährige Situation
Rezente Diagnose, unklare Prognose
Szenarien und Wahrscheinlichkeit<\/h2>
Anfallsfrei seit 5+ Jahren, gut medikamentös eingestellt: Häufig ohne Zuschlag oder mit geringem Zuschlag (10–25 %) versicherbar
Anfallsfrei seit 2–5 Jahren: Zuschlag 25–75 % möglich, von Anbieter abhängig
Anfalls innerhalb der letzten 2 Jahre: Risikozuschlag 50–150 % oder Ablehnung, Dialog und Condor oft möglich
Häufige, unkontrollierte Anfälle: Ablehnung bei Standardversicherern, Spezialisten prüfen individuell
Die richtige Vorgehensweise<\/h2>
Anonyme Voranfrage: Über unabhängigen Makler bei mehreren Versicherern anonym anfragen — ohne Eintrag in HIS-Datenbank
Arztbericht vorbereiten: Aktueller neurologischer Befund, Medikamentenliste, Anfallsprotokoll der letzten Jahre
Spezialisten prüfen: Dialog (Generali) und Condor (Swiss Life) sind auf Nicht-Standard-Risiken spezialisiert
Konditionen vergleichen: Preise können stark variieren — Angebote von 3–5 Versicherern einholen
Offizieller Antrag: Erst nach Vorinformation stellen
HIS-Warnung: Lehnt ein Versicherer Ihren Antrag ab, wird das in der HIS-Datenbank gespeichert. Folge-Ablehnungen werden wahrscheinlicher. Deshalb IMMER zuerst anonyme Voranfrage — nie direkt einen Antrag stellen ohne vorherige Prüfung.
Muss ich die Epilepsie-Diagnose angeben?
Ja, unbedingt. Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet Sie, alle bekannten Erkrankungen wahrheitsgemäß anzugeben. Wer Epilepsie verschweigt und im Leistungsfall stirbt, riskiert, dass die Versicherung die Zahlung verweigert — und das schadet Ihren Hinterbliebenen.
Welche Versicherer sind bei Epilepsie besonders kulant?
Dialog (Generali-Tochter) und Condor (Swiss Life) sind Spezialisten für Nicht-Standard-Risiken. Auch Zurich und LV 1871 sind bekannt für individuelle Risikobeurteilung statt pauschaler Ablehnung. Hannoversche und Cosmos Direkt lehnen häufiger ab oder verlangen hohe Zuschläge.
Was ist eine anonyme Voranfrage?
Bei einer anonymen Voranfrage stellt ein Makler die Gesundheitsfragen an den Versicherer, ohne Ihren Namen zu nennen. So erfahren Sie, ob und zu welchen Konditionen eine Versicherung möglich wäre — ohne dass bei einer Ablehnung Ihr Name in der HIS-Datenbank erscheint.
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Stephan M. Czaja — Versicherungs- & Finanzexperte
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