Situation: Keine Kinder, kein abhängiger Partner — trotzdem mit Studienkredit (28.000 €) belastet, Eltern als Bürgen
Ergebnis: 300.000 € Risikolebensversicherung für ~8 € / Monat abgeschlossen
Lerneffekt: Früher Abschluss spart über die Laufzeit tausende Euro — und der Studienkredit ist ein oft übersehenes Risiko für die Eltern
„Ich bin 29, gesund, Single und habe keine Kinder. Warum brauche ich eine Lebensversicherung?" Diese Frage hat Sabine ihrem Vater gestellt — und er hatte eine Antwort, die sie nicht erwartet hatte. Nicht mit Zahlen, die komplex klingen. Sondern mit einem einzigen Satz: „Der Preis, den du heute zahlst, zahlst du dreißig Jahre lang." Was folgte, war eine der nüchternsten und überzeugendsten Rechnungen, die Sabine je aufgestellt hat.
Warum Sabine dachte, sie brauche keine Absicherung<\/h2>
Sabine hat ihren Master in Wirtschaftsinformatik an der Goethe-Universität Frankfurt abgeschlossen und arbeitet seit etwa einem Jahr in einer mittelgroßen Unternehmensberatung. Das Gehalt ist gut für den Einstieg, die Perspektiven sind es auch. Aber das Leben fühlt sich noch offen an: keine feste Beziehung, keine Kinder, keine Hypothek. Die klassischen Gründe, eine Lebensversicherung abzuschließen, fehlen ihr alle.
Viele Menschen in Sabines Lage denken genau so. Eine Risikolebensversicherung schützt Hinterbliebene — und wenn es keine gibt, scheint der Bedarf nicht vorhanden zu sein. Was dabei übersehen wird: Der Zweck einer Risikolebensversicherung ist nicht nur der Hinterbliebenenschutz. Er ist auch die Frage, wann man sie abschließt und was das langfristig bedeutet.
Sabines Vater, ein pensionierter Bankangestellter, hatte das immer gewusst. Er hat jahrzehntelang Kunden beraten, die sich mit 45 oder 50 eine Versicherung leisten wollten — und die Kostenübersicht nicht glauben konnten. „Ich habe immer gewartet, bis die Kinder kamen," erzählte er ihr. „Und fast alle haben danach bereut, nicht früher angefangen zu haben."
Das Gespräch mit dem Vater — und die Rechnung, die ihn recht gab<\/h2>
Das entscheidende Gespräch fand an einem Wochenende in Sabines Elternhaus statt. Ihr Vater schrieb keine langen Texte — er schrieb nur drei Zahlen auf ein Blatt Papier: 4 €, 14 €, 26 €. „Das ist, was du zahlst, wenn du mit 25 anfängst, mit 45 anfängst und mit 55 anfängst. Für dieselbe Leistung." Sabine war skeptisch. Kann der Unterschied wirklich so groß sein?
Er kann. Die Logik dahinter ist einfach: Versicherungen kalkulieren das Sterberisiko anhand von Sterbetafeln. Mit 29 ist das Risiko, in den nächsten 20 Jahren zu sterben, statistisch sehr gering. Der Anbieter trägt ein geringes Risiko und kann deshalb einen niedrigen Beitrag verlangen. Mit 50 sieht das ganz anders aus — das Sterberisiko steigt, der Beitrag steigt mit. Dazu kommen gesundheitliche Einschränkungen, die mit dem Alter zunehmen: Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Rückenprobleme. Jede Diagnose kann zu einem Beitragszuschlag führen.
Sabines Vater hatte sie noch auf etwas anderes hingewiesen: die Nachversicherungsgarantie. Viele Tarife erlauben es, die Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen — Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf — ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das heißt: Sie kann günstig einsteigen, heute absichern, was heute relevant ist, und die Police später dem Leben anpassen.
Hinweis: Die Nachversicherungsgarantie gilt bei den meisten Anbietern nur für definierte Anlässe (Heirat, Geburt, Immobilienerwerb). Prüfen Sie vor Abschluss, welche Ereignisse im Tarif konkret genannt sind und ob eine Frist von 6 oder 12 Monaten nach dem Ereignis gilt.
Der Studienkredit: Das Risiko, das niemand kennt<\/h2>
Hier kommt der Teil, den Sabine selbst am überraschendsten fand. Sie hatte nach dem Studium noch einen Kredit über 28.000 Euro offen — aufgenommen für Lebenshaltungskosten und Studiengebühren. Die monatliche Tilgungsrate ist überschaubar, der Kredit wird in einigen Jahren abbezahlt sein. Kein Problem, dachte sie.
Ihr Vater fragte sie dann: „Wer hat den Kredit mitunterschrieben?" Die Antwort: ihre Eltern, als Bürgen. Das ist bei Studienkrediten keine Seltenheit — Banken verlangen bei Berufseinsteigern häufig eine Bürgschaft von Dritten, meist den Eltern.
Was passiert im Todesfall? Die Schulden gehen nicht einfach unter. Sabine ist die Hauptschuldnerin — aber ihre Eltern als Bürgen haften, wenn sie nicht mehr zahlen kann. Das bedeutet: Stirbt Sabine morgen, müssten ihre Eltern für 28.000 Euro aufkommen. Für ein Rentnerpaar kann das eine ernsthafte finanzielle Belastung sein.
Mit einer Risikolebensversicherung über mindestens diese Summe — oder besser darüber hinaus — ist dieses Risiko vollständig abgedeckt. Die Versicherungssumme wird sofort ausgezahlt und kann zur Schuldentilgung verwendet werden. Die Eltern sind aus der Haftung, ohne dass sie eigenes Vermögen einsetzen müssen.
Hinweis: Wer Kredite mit Bürgen abgeschlossen hat, sollte die Versicherungssumme mindestens so hoch wählen, dass alle ausstehenden Schulden im Todesfall vollständig gedeckt wären. Auch private Darlehen von Eltern oder Geschwistern sollten in diese Überlegung einbezogen werden.
Der Zinseszins-Effekt beim Versicherungsbeitrag<\/h2>
Sabine wollte es genau wissen. Sie hat die Zahlen ihres Vaters mit aktuellen Tarifrechnern verglichen — und die Ergebnisse bestätigten das Bild. Die folgende Tabelle zeigt, was eine Risikolebensversicherung über 300.000 Euro Versicherungssumme bei 20 Jahren Laufzeit kosten kann, abhängig vom Einstiegsalter (Richtwerte, nichtrauchend, keine Vorerkrankungen):
Alter bei Abschluss
Monatsbeitrag (ca.)
Gesamtkosten über 20 Jahre
Ersparnis gegenüber Abschluss mit 45
25 Jahre
~6 €
~1.440 €
~4.800 € gespart
29 Jahre
~8 €
~1.920 €
~4.320 € gespart
35 Jahre
~12 €
~2.880 €
~3.360 € gespart
40 Jahre
~18 €
~4.320 €
~1.920 € gespart
45 Jahre
~26 €
~6.240 €
—
Der Unterschied zwischen dem Abschluss mit 29 und dem Abschluss mit 45 beträgt über 4.000 Euro — bei identischer Leistung. Das ist Geld, das Sabine für etwas anderes nutzen kann: Altersvorsorge, Eigenkapital, Urlaub. Der „Preis der Entscheidung" ist hier nicht abstrakt — er ist messbar.
Was die Tabelle nicht zeigt: Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko, beim Abschluss Zuschläge zu erhalten oder sogar abgelehnt zu werden. Wer mit 45 einen erhöhten Blutdruck hat oder gelegentlich Rückenbeschwerden, zahlt oft deutlich mehr als der Tabellenrichtwert. Wer mit 29 abschließt und gesund ist, bekommt in der Regel sofort den günstigsten Tarif — ohne Aufpreis.
Sabines Entscheidung — und wie sie die Police aufgestellt hat<\/h2>
Sabine hat sich letztlich für eine Risikolebensversicherung über 300.000 Euro mit einer Laufzeit von 25 Jahren entschieden. Das klingt zunächst nach viel — aber die Überlegung dahinter ist klar: In 25 Jahren ist sie 54. Bis dahin wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Familie haben, vielleicht eine Immobilie finanzieren und Menschen haben, die von ihr abhängig sind. Die Police deckt genau diese Phase ab.
Den Empfänger der Versicherungssumme hat sie für den Moment als ihre Eltern eingesetzt — damit ist auch das Bürgschaftsrisiko abgedeckt. Sobald sie heiratet oder eine Partnerschaft eingeht, bei der echte finanzielle Abhängigkeit entsteht, wird sie den Bezugsberechtigten anpassen. Das ist bei den meisten Anbietern ohne Mehrkosten möglich.
Außerdem hat sie auf die Nachversicherungsgarantie geachtet: Ihr Tarif erlaubt es, die Versicherungssumme bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Immobilienkauf um bis zu 50.000 Euro zu erhöhen — ohne neue Gesundheitsfragen. Das ist ihr wichtigster Sicherheitspuffer für die Zukunft.
Der monatliche Beitrag liegt bei knapp 9 Euro. Weniger als ein Mittagessen. Und das für dreißig Jahrzehnte lang — zu einem Preis, der gestern günstiger war als heute und morgen teurer sein wird als heute.
Hat eine Risikolebensversicherung auch ohne Kinder oder Partner einen Sinn?
Ja, aus mehreren Gründen. Erstens ist der Zeitpunkt des Abschlusses entscheidend für den Beitrag — und jung und gesund ist günstig. Wer früh abschließt, sichert sich jahrzehntelang einen niedrigen Monatsbeitrag. Zweitens können auch ohne klassische Hinterbliebene Schulden oder Bürgschaftsverpflichtungen bestehen, die andere belasten. Drittens lässt sich die Police bei veränderten Lebensumständen anpassen oder erweitern.
Was passiert mit dem Studienkredit, wenn die versicherte Person stirbt?
Der Kredit wird grundsätzlich nicht einfach gelöscht. Erben übernehmen die Schulden — es sei denn, sie schlagen die Erbschaft aus. Gibt es Bürgen (z. B. Eltern), können Gläubiger diese direkt in Anspruch nehmen. Eine Risikolebensversicherung, die als Todesfallleistung mindestens die Schuldenhöhe abdeckt, löst dieses Problem vollständig.
Kann ich eine Risikolebensversicherung später noch erhöhen, wenn ich Familie gründe?
Viele Tarife bieten eine sogenannte Nachversicherungsgarantie. Bei definierten Ereignissen — Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienerwerb — darf die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden. Die genauen Bedingungen und Obergrenzen variieren je nach Anbieter und sollten vor dem Abschluss geprüft werden.
Sabines Geschichte ist kein Extremfall. Sie ist der Normalfall — eine gut ausgebildete, gesunde junge Frau, die keinen offensichtlichen Anlass sieht und doch einen konkreten Nutzen hat. Der Unterschied zwischen ihr und denen, die mit 45 anfangen, liegt in einem einzigen Gespräch und einer Entscheidung, die weniger als einen Cappuccino pro Woche kostet. Wer früh abschließt, schützt nicht nur andere — er sichert sich selbst den besten Preis für eine Absicherung, die er früher oder später brauchen wird.
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Stephan M. Czaja — Versicherungs- & Finanzexperte
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