Person: Julia (32, Grundschullehrerin, Elternzeit) und Marco (34, IT-Projektleiter), München-Pasing, 1 Kind (8 Monate)
Situation: Eigentumswohnung für 680.000 € gekauft, Baudarlehen 440.000 €, Bank fordert Risikolebensversicherung — erstes Mal mit dem Thema konfrontiert
Ergebnis: Zwei Einzelverträge statt einer verbundenen Police — steuerlich klüger, flexibler und langfristig besser für die junge Familie
Lerneffekt: Wer in Elternzeit ist, braucht trotzdem vollen Versicherungsschutz — und muss die Versicherung nicht bei der Hausbank abschließen
Als Julia und Marco den Notarvertrag unterschrieben hatten, war die Erleichterung groß. Eine Eigentumswohnung in München-Pasing, Baujahr 2019, 97 Quadratmeter — für eine junge Familie mit einem Baby genau das Richtige. Doch kurz darauf kam die erste Anforderung von der Bank, die ihnen das Baudarlehen über 440.000 Euro gewährt hatte: eine Risikolebensversicherung müsse her, bevor die Auszahlung starten könne. "Wir hatten uns vorher ehrlich gesagt nie damit beschäftigt", erinnert sich Marco. "Das Wort Risikolebensversicherung kannte ich natürlich — aber was genau dahintersteckt, in welcher Form man sie abschließen sollte und ob die Konditionen der Bank überhaupt gut waren, das wussten wir nicht." Was für viele Paare beim Immobilienkauf eine lästige Pflichtaufgabe ist, wurde für die beiden zu einer echten Lernerfahrung.
Das Haus, der Kredit — und die Frage die niemand gestellt hatte<\/h2>
Der Kaufpreis von 680.000 Euro klang erst einmal nach einer riesigen Summe — doch für München ist das Mittelfeld. 240.000 Euro brachten die beiden aus Eigenkapital mit, was die Bank als solide einstufte. Das Darlehen über 440.000 Euro lief über 25 Jahre, anfängliche Tilgung zwei Prozent, Zinsbindung zehn Jahre. Standard. Was nicht Standard war: Weder Marco noch Julia hatten sich jemals gefragt, was passieren würde, wenn einer von ihnen plötzlich ausfallen würde. "Das klingt morbide, aber das ist genau die richtige Frage", sagt Marco heute. "Wenn mir morgen etwas passiert, muss Julia allein 440.000 Euro schultern — mit einem Kleinkind, in Elternzeit, ohne volles Gehalt."
Die Bank hatte ihnen prompt ein Angebot gemacht: eine verbundene Risikolebensversicherung, als Zusatzprodukt direkt zum Kredit. Das klingt praktisch — ist es aber nicht unbedingt. Denn Banken bieten in solchen Momenten meistens die Produkte an, mit denen sie selbst Provisionen verdienen. Ob das das günstigste oder das klügste Angebot ist, steht auf einem anderen Blatt.
Was die Bank forderte — und warum sie nicht die günstigste Option ist<\/h2>
Grundsätzlich gilt: Eine Bank kann zwar verlangen, dass eine Risikolebensversicherung als Sicherheit hinterlegt wird — sie kann aber nicht vorschreiben, bei welchem Anbieter diese abgeschlossen wird. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele Kreditnehmer nicht kennen. Julia und Marco ließen sich das Angebot ihrer Bank genau durchrechnen — und stellten fest, dass es deutlich teurer war als vergleichbare Policen am freien Markt.
"Unsere Finanzberaterin hat uns dann erklärt, dass wir völlig frei sind in der Wahl des Versicherers", sagt Julia. "Wir müssen der Bank nur nachweisen, dass wir ausreichend versichert sind — das ist alles." Konkret bedeutet das: Die Bank als Begünstigte einzutragen oder ihr die Police abzutreten ist möglich, aber der Vertrag selbst kann bei jedem zugelassenen deutschen Versicherer abgeschlossen werden. Wer hier vergleicht, kann bei gleicher Leistung oft 30 bis 50 Prozent sparen — bei einer Laufzeit von 25 Jahren eine relevante Summe.
Ein unabhängiger Vergleich der Testsieger zeigte dem Paar schnell: Der Markt ist transparent, die Preise unterscheiden sich erheblich — und die Qualität des Versicherers (Annahmeverhalten, Leistungsquote bei Todesfall) lässt sich gut recherchieren.
Wichtig: Kein Kreditinstitut darf die Vergabe eines Darlehens rechtlich von dem Abschluss einer Versicherung bei einem bestimmten Anbieter abhängig machen (§ 492 BGB i.V.m. EU-Verbraucherkreditrichtlinie). Sie können die Police frei wählen und der Bank die Abtretungserklärung vorlegen.
Verbundene Police vs. zwei Einzelverträge: Was das bedeutet<\/h2>
Hier begann der eigentlich interessante Teil der Recherche. Viele Paare schließen eine sogenannte verbundene Risikolebensversicherung ab — ein gemeinsamer Vertrag, der beim Tod eines Partners auszahlt und damit erlischt. Das klingt erst einmal logisch und ist meist etwas günstiger als zwei Einzelverträge. Doch der scheinbare Kostenvorteil kann teuer werden.
Das Problem: Stirbt einer der beiden Partner und die verbundene Police zahlt aus, ist der andere Partner ab diesem Moment unversichert — obwohl er vielleicht noch Schulden hat, vielleicht noch Kinder zu versorgen hat, vielleicht gerade selbst erkrankt ist und keine neue Police mehr bekommt. Bei zwei Einzelverträgen dagegen läuft jede Police unabhängig weiter. Der überlebende Partner bleibt vollständig abgesichert.
Hinzu kommt ein steuerlicher Aspekt, der oft übersehen wird: Bei einer verbundenen Police gilt die Versicherungssumme als Erbschaft — und kann je nach Höhe die Freibeträge überschreiten. Bei zwei Einzelverträgen, bei denen jeweils der andere Partner als Begünstigter eingetragen ist, bleibt der Erlös in der Regel steuerfrei (Ehegatten-Freibetrag: 500.000 Euro). Für Julia und Marco mit einer Versicherungssumme von je 440.000 Euro ein relevantes Argument.
"Unser Berater hat uns eine einfache Tabelle gezeigt: verbundene Police günstiger im Monat, aber langfristig klarer Nachteil bei Steuern und Flexibilität", sagt Marco. Wer mehr über die Grundlagen verstehen möchte, findet im Ratgeber zur Risikolebensversicherung eine fundierte Übersicht. Für die Berechnung der richtigen Versicherungssumme gibt es klare Faustformeln.
Julias besondere Situation: Elternzeit und Absicherung<\/h2>
Julia war zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses seit acht Monaten in Elternzeit. Ihr Gehalt als Grundschullehrerin war auf Elterngeld reduziert — also deutlich weniger als ihr normales Einkommen. Und genau das verunsicherte sie: "Ich dachte, mein Absicherungsbedarf ist gerade geringer, weil ich ja ohnehin wenig verdiene." Das ist ein weit verbreiteter Denkfehler.
Tatsächlich ist die Situation umgekehrt: In der Elternzeit ist die finanzielle Abhängigkeit der Familie von Marco noch größer als sonst. Würde ihm in dieser Phase etwas passieren, hätte Julia nicht nur den Hauptverdiener verloren, sondern müsste gleichzeitig für das Baby sorgen, in den Beruf zurückkehren und den Kredit bedienen — alles ohne ausreichende Absicherung. Der Absicherungsbedarf in der Elternzeit ist also nicht geringer, sondern eher höher.
Für Julias eigene Police stellte sich die Frage: Welche Summe ergibt für sie Sinn? Ihr Einkommen als Beamtin ist zwar durch den Dienstherrn abgesichert, aber die Hinterbliebenenversorgung allein würde bei einem frühzeitigen Tod nicht reichen, um Marco und das Kind vollständig abzusichern. Auch für Eltern in Elternzeit empfiehlt sich eine Mindestabsicherung auf Basis des entgangenen Einkommens und des verbleibenden Kreditrisikos. Wer sich als Elternteil gezielt absichern möchte, findet im Ratgeber für Eltern konkrete Empfehlungen.
Wichtig: Die Versicherbarkeit und der Beitrag richten sich beim Abschluss einer Risikolebensversicherung nach dem Gesundheitszustand und dem Alter — nicht nach dem aktuellen Einkommen. Elternzeit oder Teilzeitarbeit spielen für die Annahme keine Rolle.
Wie sie es gelöst haben — und was sie anderen Paaren raten<\/h2>
Am Ende schlossen Julia und Marco zwei Einzelverträge ab. Marco versicherte sich über 440.000 Euro (entspricht der Restschuld), Laufzeit 25 Jahre. Julia schloss eine Police über 300.000 Euro ab, Laufzeit 20 Jahre — ausreichend, um Marco bei ihrem Tod die Kindererziehungsphase finanziell zu überbrücken und den Kredit zu reduzieren. Die Policen wurden gegenseitig auf den anderen Partner begünstigt, ohne Bankabtretung — stattdessen reichten sie der Bank eine separate Abtretungserklärung für Marcos Police ein.
Monatlich zahlen sie zusammen rund 78 Euro — deutlich weniger als das Bankangebot für die verbundene Police (das bei 95 Euro gelegen hätte, mit schlechterer steuerlicher Stellung). "Es waren am Ende zwei Stunden Recherche und ein Beratungsgespräch", sagt Julia. "Dafür haben wir eine Lösung, die wirklich zu uns passt — und die wir verstehen."
Was sie anderen Paaren raten: Nicht bei der Hausbank unterschreiben, bevor man verglichen hat. Zwei Einzelverträge ernsthaft prüfen, besonders wenn Kinder oder unterschiedliche Einkommenssituationen vorhanden sind. Und die Versicherungssumme nicht auf Basis des Bauchgefühls festlegen, sondern rechnen — der Risikolebensversicherung-Rechner hilft dabei schnell und kostenlos. Alles weitere zur Absicherung als Familie findet sich im Ratgeber zur Familienabsicherung.
Muss ich die Risikolebensversicherung bei meiner Hausbank abschließen?
Nein. Kein Kreditinstitut darf Sie rechtlich dazu zwingen, eine Versicherung bei einem bestimmten Anbieter abzuschließen. Die Bank kann verlangen, dass eine Police als Sicherheit vorhanden ist und als Begünstigte eingetragen wird — die Wahl des Versicherers liegt aber vollständig bei Ihnen. In der Praxis sind freie Angebote oft 20 bis 40 Prozent günstiger als Bankprodukte bei gleicher Leistung.
Was ist der Unterschied zwischen einer verbundenen Police und zwei Einzelverträgen?
Bei einer verbundenen Police sind beide Partner in einem Vertrag versichert. Stirbt einer, zahlt die Police aus — und erlischt danach vollständig. Der überlebende Partner ist dann unversichert. Bei zwei Einzelverträgen läuft jede Police eigenständig weiter. Zudem kann bei der richtigen Vertragsgestaltung (gegenseitige Begünstigung) Erbschaftsteuer vermieden werden, was bei einer verbundenen Police nicht möglich ist.
Welche Versicherungssumme ist bei einem Immobilienkredit sinnvoll?
Als Mindestabsicherung gilt die aktuelle Restschuld des Kredits. Empfehlenswert ist jedoch eine etwas höhere Summe, die auch laufende Lebenshaltungskosten und die Absicherung von Kindern berücksichtigt. Als Faustregel: mindestens das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens, aber nie weniger als die offene Darlehenssumme. Der genaue Bedarf lässt sich über eine Bedarfsrechnung nach Faustformel schnell ermitteln.
Julia und Marco haben in kurzer Zeit mehr über Risikolebensversicherung gelernt als die meisten Menschen in ihrem gesamten Leben. Der Schlüssel war: nicht das erste Angebot akzeptieren, Fragen stellen und vergleichen. Wer jetzt selbst vor einem ähnlichen Schritt steht, findet im unabhängigen Vergleich der Testsieger einen guten Einstieg — kostenlos und ohne Verpflichtung.
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Stephan M. Czaja — Versicherungs- & Finanzexperte
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