Person: Thomas, 47, Ingenieur, Köln — verheiratet mit Sandra (45), seit 5 Jahren tumorfrei nach Brustkrebs
Situation: Thomas wollte als Hauptverdiener eine Risikolebensversicherung abschließen, hatte Angst wegen Sandras Erkrankung in der Vergangenheit
Ergebnis: Thomas wurde problemlos und ohne Aufschlag angenommen — seine eigene Police ist unabhängig von Sandras Gesundheitsgeschichte
Lerneffekt: Vorerkrankungen des Partners beeinflussen die eigene Versicherbarkeit nicht — für Sandra selbst gibt es dennoch den richtigen Weg: die anonyme Voranfrage
Thomas hatte die Frage lange vor sich hergeschoben. Als Ingenieur bei einem mittelständischen Unternehmen in Köln verdiente er gut, seine Frau Sandra arbeitete halbtags in einer Praxis — zusammen hatten sie eine Eigentumswohnung, keine größeren Schulden, aber auch keine Risikolebensversicherung. "Ich wollte das eigentlich schon seit Jahren regeln", sagt Thomas. "Aber dann kam Sandras Diagnose, und danach dachte ich irgendwie, das wird jetzt sowieso nichts mehr mit einer Versicherung." Sechs Jahre später, Sandra seit fünf Jahren tumorfrei, brachte ein Gespräch mit einem befreundeten Makler das Thema wieder auf den Tisch. Was Thomas dann erfuhr, überraschte ihn.
Thomas' Angst: Beeinflusst Sandras Erkrankung seine Versicherung?<\/h2>
Die Angst von Thomas ist nachvollziehbar — und weit verbreitet. Viele Menschen glauben, dass die Erkrankung eines Partners oder eines Familienmitglieds die eigene Versicherbarkeit einschränkt. Das Gegenteil ist der Fall: Eine Risikolebensversicherung versichert immer nur eine einzelne Person. Der Antragsteller beantwortet Gesundheitsfragen ausschließlich zu seiner eigenen Gesundheit. Sandras Krankengeschichte erscheint auf keinem Formular, das Thomas ausfüllen muss.
"Ich hatte wirklich geglaubt, ich müsste angeben, dass meine Frau Brustkrebs hatte", erinnert sich Thomas. "Mein Makler hat mir dann erklärt: Das ist nicht Ihre Gesundheitsgeschichte. Sie werden nur nach Ihrer eigenen Gesundheit gefragt." Thomas ist 47, hat keine Vorerkrankungen, ist Nichtraucher, normales Gewicht — aus Versicherersicht ein durchschnittliches Risiko für sein Alter. Die Angst war unbegründet.
Das Prinzip ist logisch, wenn man es durchdenkt: Ein Versicherer berechnet das Risiko anhand der Person, die versichert wird. Dass Sandras Körper vor sechs Jahren erkrankt ist, sagt nichts darüber aus, wann Thomas sterben wird. Vorerkrankungen von Angehörigen werden in der Gesundheitsprüfung nur dann relevant, wenn ausdrücklich nach genetisch bedingten Erkrankungen oder familiären Vorbelastungen gefragt wird — und auch dann nur in sehr spezifischen Konstellationen.
Die Überraschung beim Makler: Warum Thomas problemlos versichert wurde<\/h2>
Thomas füllte den Antrag aus. Gesundheitsfragen: keine relevanten Vorerkrankungen, kein Krankenhausaufenthalt in den letzten fünf Jahren, keine laufenden Medikamente, keine psychischen Erkrankungen. Der Versicherer nahm ihn ohne Rückfragen und ohne Risikozuschlag an. Beitrag für 300.000 Euro Versicherungssumme, Laufzeit 15 Jahre (bis zum 62. Lebensjahr): rund 62 Euro monatlich.
"Ich hätte das vor sechs Jahren machen sollen", sagt Thomas. "Es war erschreckend einfach." Der einzige Unterschied zu einem jüngeren Antragsteller: Der Beitrag ist mit 47 Jahren natürlich höher als mit 35. Wer früh abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit deutlich weniger. Das Prinzip ist simpel — das Sterblichkeitsrisiko steigt mit dem Alter, und der Versicherer kalkuliert entsprechend.
Für Thomas war die wichtigste Erkenntnis: Er hatte als Hauptverdiener jahrelang keine Absicherung gehabt, obwohl er und Sandra von seinem Einkommen abhängig waren — besonders in den Jahren, als Sandra wegen der Erkrankung und Behandlung nicht arbeiten konnte. "Rückblickend war das unverantwortlich von mir. Nicht wegen Sandra, sondern weil ich einfach nie gehandelt habe." Wer wissen möchte, wie die Risikolebensversicherung grundsätzlich funktioniert, findet dort alle Grundlagen.
Was mit Sandra ist — und wie die anonyme Voranfrage funktioniert<\/h2>
Nachdem Thomas seine eigene Police in trockenen Tüchern hatte, stellte sich die nächste Frage: Wie sieht es für Sandra aus? Auch sie wäre eine Absicherung wert — ihr Halbtags-Einkommen trägt zur gemeinsamen Finanzplanung bei, und im Falle ihres Todes entstünden für Thomas erhebliche Kosten.
Hier ist die Situation tatsächlich komplizierter. Sandra müsste in einem Versicherungsantrag angeben, dass sie vor sechs Jahren an Brustkrebs erkrankt war — je nach Fragestellung im Antrag wahrscheinlich auch, dass sie behandelt wurde und heute als geheilt gilt. Der Rückfragezeitraum liegt bei den meisten Versicherern bei fünf bis zehn Jahren. Da Sandras Erkrankung sechs Jahre zurückliegt, würde sie je nach Formular schon außerhalb oder knapp innerhalb des gefragten Zeitraums liegen.
Der richtige Weg für Sandra ist die sogenannte anonyme Voranfrage. Dabei übermittelt ein unabhängiger Makler die Erkrankungshistorie ohne Namen an mehrere spezialisierte Versicherer gleichzeitig. Diese prüfen intern, ob und zu welchen Konditionen sie bereit wären, die Person anzunehmen — ohne dass eine Ablehnung in die Aufzeichnungen eingeht. Denn eine formale Ablehnung durch einen Versicherer muss bei zukünftigen Anträgen angegeben werden und kann die Versicherbarkeit dauerhaft erschweren.
Wichtig: Wer Vorerkrankungen hat und eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, sollte niemals direkt online einen Antrag stellen oder mehrere Versicherer parallel kontaktieren. Die anonyme Voranfrage über einen spezialisierten Makler schützt davor, eine Ablehnung zu erhalten, die zukünftige Anträge belastet. Spezialisierte Anbieter wie Alte Leipziger, Dialog, Hannoversche oder Swiss Life prüfen Einzelfälle oft kulant.
Für den Spezialfall Krebs nach überstandener Erkrankung empfiehlt sich außerdem die Lektüre des Ratgebers zu Vorerkrankung Krebs — dort werden die relevanten Kriterien und Versicherer-Entscheidungen ausführlich erläutert.
5 Jahre tumorfrei: Was das für die Versicherbarkeit bedeutet<\/h2>
Die Fünf-Jahres-Grenze ist in der Onkologie eine wichtige Schwelle — und auch für Versicherer ein entscheidender Marker. Nach fünf Jahren Tumorfreiheit gilt das Rückfallrisiko bei vielen Krebsarten als deutlich gesunken. Das heißt nicht, dass das Risiko null ist, aber es ist statistisch ein anderes als bei einer Person, die sich noch in Behandlung befindet oder erst vor zwei Jahren als geheilt eingestuft wurde.
Für Sandra konkret: Da sie seit fünf Jahren tumorfrei ist, gibt es Versicherer, die sie mit einem Risikozuschlag annehmen würden. Ein Zuschlag bedeutet: Der monatliche Beitrag ist höher als der Standardbeitrag, aber die Police leistet bei Tod vollständig. Je nach Versicherer, Krebsart, Stadium und Behandlungsform unterscheiden sich die Konditionen erheblich. Einige Anbieter lehnen Brustkrebspatientinnen generell ab, andere nehmen sie nach fünf Jahren Tumorfreiheit zu moderaten Aufschlägen. Genau deshalb ist die anonyme Voranfrage so wertvoll — sie zeigt, welcher Versicherer für den konkreten Fall offen ist, ohne dass eine Ablehnung entsteht.
Was Sandra angeben müsste, ist klar geregelt: Sie muss alle Erkrankungen nennen, nach denen ausdrücklich gefragt wird und die innerhalb des Rückfragezeitraums liegen. Das absichtliche Verschweigen einer Erkrankung führt dazu, dass der Versicherer im Leistungsfall die Auszahlung verweigern kann — auch wenn die Erkrankung nichts mit dem Todesgrund zu tun hat. Ehrlichkeit ist also nicht nur moralisch geboten, sondern rechtlich zwingend notwendig. Wer sich unsicher ist, findet im Ratgeber zu Gesundheitsfragen genaue Erläuterungen zu Fragestellung, Rückfragezeiträumen und Angabepflichten.
Was Thomas und Sandra heute wissen — und anderen raten<\/h2>
Thomas hat seine Police, Sandra arbeitet mit einem spezialisierten Makler an einer anonymen Voranfrage. Das Ergebnis steht noch aus, aber der Makler ist vorsichtig optimistisch: Nach fünf Jahren Tumorfreiheit bei Brustkrebs im frühen Stadium sind die Chancen auf eine Annahme mit Zuschlag realistisch.
Was die beiden anderen raten: Nicht warten. Besonders nicht wegen einer Angst, die — wie bei Thomas — möglicherweise gar nicht berechtigt ist. "Ich habe sechs Jahre lang gedacht, mein Fall ist zu kompliziert. In Wirklichkeit war mein Fall der einfachste überhaupt", sagt Thomas. "Sandras Fall ist tatsächlich nicht einfach — aber auch da gibt es Wege. Man muss nur wissen, wie man sie geht."
Für Menschen mit Vorerkrankungen im Haushalt gilt: Zuerst prüfen, wessen Police zuerst gebraucht wird, und mit dem gesunden Partner sofort anfangen. Den erkrankten Partner über den spezialisierten Weg und anonyme Voranfrage abzusichern braucht mehr Zeit, ist aber oft möglich. Und wer als Hauptverdiener noch keine Absicherung hat, sollte nicht länger warten — egal wie kompliziert die Familiensituation erscheint. Der Vergleich der besten Anbieter zeigt auf einen Blick, welche Versicherer für welche Ausgangssituation am besten geeignet sind.
Wer konkrete Zahlen braucht, kann mit dem Beitragsrechner innerhalb von Minuten ermitteln, was ein Schutz kosten würde — ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung.
Beeinflusst die Vorerkrankung meines Partners meinen eigenen Versicherungsantrag?
Nein. Eine Risikolebensversicherung versichert immer nur die Person, die den Antrag stellt. Die Gesundheitsfragen beziehen sich ausschließlich auf den Antragsteller selbst. Erkrankungen des Ehepartners, der Kinder oder anderer Familienangehöriger sind für Ihre eigene Versicherbarkeit ohne Belang — es sei denn, es wird ausdrücklich nach erblich bedingten Erkrankungen in der Familie gefragt, was in einigen Formularen vorkommt, aber nicht den häufigen Fall einer überstandenen Krebserkrankung des Partners betrifft.
Was ist eine anonyme Voranfrage und wann ist sie sinnvoll?
Bei einer anonymen Voranfrage übermittelt ein unabhängiger Makler die relevanten Gesundheitsdaten ohne Namen an mehrere Versicherer. Diese prüfen intern, ob und zu welchen Konditionen sie die Person annehmen würden. Das Ergebnis ist unverbindlich und hinterlässt keine offiziellen Spuren. Sinnvoll ist dieses Verfahren immer dann, wenn Vorerkrankungen vorhanden sind, die zu einer Ablehnung führen könnten. Denn eine formale Ablehnung muss bei zukünftigen Anträgen angegeben werden und kann die Versicherbarkeit dauerhaft verschlechtern.
Nach wie vielen Jahren Tumorfreiheit kann man sich wieder versichern?
Das hängt vom Versicherer, der Krebsart, dem Stadium und der Behandlungsform ab. Als grobe Orientierung gilt: Nach fünf Jahren Tumorfreiheit sind einige Versicherer bereit, Antragsteller mit einem Risikozuschlag anzunehmen. Nach zehn Jahren steigen die Chancen auf Annahme zu Standardkonditionen deutlich. Bestimmte Krebsarten (Basalzellkarzinom der Haut, einige frühe Stadien) werden von manchen Versicherern bereits nach zwei bis drei Jahren wieder regulär versichert. Der genaue Fall sollte immer über eine anonyme Voranfrage geprüft werden.
Thomas' Geschichte zeigt: Die Hürden bei der Risikolebensversicherung sind oft im Kopf größer als in der Realität. Wer sich unsicher ist, ob er oder seine Partnerin versicherbar ist, sollte das professionell prüfen lassen — statt jahrelang ohne Absicherung zu bleiben. Alle wesentlichen Informationen zur Absicherung der Familie finden sich im Ratgeber zur Familienabsicherung.
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Stephan M. Czaja — Versicherungs- & Finanzexperte
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