Faustformel: 3–5 × Jahresnettogehalt + alle offenen Schulden
Mindest-Empfehlung: Alle Kredite + 1 Jahresgehalt als Puffer
Für Familien mit Kindern: 5 × Jahresgehalt — das jüngste Kind bis 25 absichern
Häufiger Fehler: Zu niedrig gewählt — Familie nicht ausreichend versorgt
Die richtige Versicherungssumme ist die wichtigste Entscheidung beim Abschluss einer Risikolebensversicherung. Zu wenig gewählt, und die Familie kann laufende Kosten nicht decken. Zu viel ist selten das Problem — aber unnötig teuer. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihren konkreten Bedarf berechnen.
Die Faustformel — und was dahintersteckt<\/h2>
Die verbreitete Faustformel lautet: 3–5 × Jahresnettogehalt + offene Schulden.
Warum dieser Multiplikator? Hinterbliebene brauchen nach einem Todesfall Zeit, um ihre Lebenssituation neu zu ordnen: neue Arbeit, günstigere Wohnung, Kinderbetreuung, emotionale Verarbeitung. 3–5 Jahre Einkommensersatz gibt diese Zeit. Der Multiplikator 5 gilt für Familien mit kleinen Kindern und hoher wirtschaftlicher Abhängigkeit — der Faktor 3 für Paare ohne Kinder mit eigenem Einkommen.
Schritt-für-Schritt: Ihren individuellen Bedarf berechnen<\/h2>
Versicherungssumme und Kosten — der Zusammenhang<\/h2>
Eine höhere Versicherungssumme kostet mehr — aber oft überraschend wenig mehr. Für einen 30-jährigen Nichtraucher:
Versicherungssumme
20 Jahre Laufzeit
Mehrkosten vs. 200.000 €
200.000 €
ca. 9–12 €/Monat
—
300.000 €
ca. 12–16 €/Monat
+3–4 €/Monat
500.000 €
ca. 19–25 €/Monat
+10–13 €/Monat
700.000 €
ca. 26–34 €/Monat
+17–22 €/Monat
Der Unterschied zwischen 300.000 € und 500.000 € beträgt nur ca. 7–9 € mehr im Monat — in der Regel eine kleine Investition für deutlich besseren Schutz.
Kann ich die Versicherungssumme später erhöhen?
Ja — aber mit Einschränkungen. Ohne neue Gesundheitsprüfung funktioniert das nur über die Nachversicherungsgarantie: bei Heirat, Geburt, Hauskauf oder anderen definierten Ereignissen kann die Summe erhöht werden. Außerhalb dieser Ereignisse brauchen Sie eine neue Gesundheitsprüfung — zum dann höheren Alter.
Sollte ich zwei separate Policen statt einer großen abschließen?
Das kann sinnvoll sein. Zwei Policen ermöglichen es, die kleinere früher zu kündigen, wenn sich der Bedarf reduziert (z. B. nach Abtilgung des Kredits). Außerdem: Falls ein Versicherer Probleme hat, ist nicht alles in einem Vertrag. Nachteil: doppelte Verwaltungskosten. Für sehr hohe Summen (über 500.000 €) ist die Aufteilung oft empfehlenswert.
Wie wirkt sich die Versicherungssumme auf die Erbschaftsteuer aus?
Ist ein Bezugsberechtigter eingetragen (z. B. Ehepartner), fällt die Versicherungssumme außerhalb des Nachlasses an. Zwischen Eheleuten gilt ein Freibetrag von 500.000 € — bis zu dieser Grenze keine Erbschaftsteuer. Bei höheren Summen oder nicht eingetragenen Begünstigten sollte steuerliche Beratung eingeholt werden.
Zahlt der Versicherer auch, wenn die Summe höher als das Jahresgehalt ist?
Ja. Die Versicherungssumme ist frei wählbar und nicht an das Gehalt gebunden. Der Versicherer zahlt die vereinbarte Summe im Todesfall — egal ob sie 200.000 € oder 2.000.000 € beträgt. Bei sehr hohen Summen (oft ab 500.000 €) wird eine ärztliche Untersuchung erforderlich.
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