Sterbeversicherung Kosten — Das Wichtigste auf einen Blick
Typische Beiträge: 15–80 € pro Monat, je nach Alter und Versicherungssumme
Beerdigungskosten: Durchschnittlich 3.000–12.000 € in Deutschland
Wartezeit: Meist 2–3 Jahre, in der kein voller Todesfall-Schutz besteht
Achtung Gesamtkosten: Über die Laufzeit oft mehr eingezahlt als ausgezahlt wird
Wer eine Sterbeversicherung abschließen möchte, fragt sich zurecht: Was kostet das wirklich? Die monatlichen Beiträge klingen zunächst überschaubar — doch die tatsächlichen Gesamtkosten über die Laufzeit überraschen viele. In diesem Ratgeber erklären wir alle Kostenfaktoren, zeigen konkrete Beispielbeiträge und helfen Ihnen zu entscheiden, ob sich eine Sterbeversicherung für Ihre Situation lohnt.
Was beeinflusst die Kosten einer Sterbeversicherung?<\/h2>
Der monatliche Beitrag einer Sterbeversicherung hängt von mehreren Faktoren ab, die der Versicherer bei der Kalkulation berücksichtigt:
Eintrittsalter: Je älter Sie beim Abschluss sind, desto höher ist Ihr Beitrag. Mit 50 Jahren zahlen Sie deutlich weniger als mit 70 Jahren für die gleiche Versicherungssumme.
Versicherungssumme: Eine höhere Auszahlung im Todesfall bedeutet entsprechend höhere monatliche Beiträge. Typische Summen liegen zwischen 3.000 und 15.000 €.
Gesundheitszustand: Auch wenn viele Anbieter keine vollständige Gesundheitsprüfung verlangen, werden vereinfachte Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen können Zuschläge verursachen oder zum Ausschluss führen.
Raucherstatus: Raucher zahlen typischerweise 30–50 % mehr als Nichtraucher, da das statistische Sterberisiko deutlich erhöht ist.
Anbieter: Die Beiträge variieren zwischen verschiedenen Versicherungsgesellschaften erheblich — ein Vergleich lohnt sich daher immer.
Beitragsart: Monatliche Beiträge oder ein einmaliger Einmalbeitrag sind möglich. Der Einmalbeitrag ist für Ältere manchmal günstiger.
Kostenübersicht: Monatliche Beiträge nach Alter und Summe<\/h2>
Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für monatliche Beiträge einer Sterbeversicherung für Nichtraucher. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom jeweiligen Anbieter ab und können abweichen:
Alter bei Abschluss
Versicherungssumme 5.000 €
Versicherungssumme 8.000 €
Versicherungssumme 10.000 €
Versicherungssumme 15.000 €
50 Jahre
ca. 12–18 €
ca. 18–28 €
ca. 22–35 €
ca. 33–52 €
60 Jahre
ca. 18–28 €
ca. 25–40 €
ca. 32–50 €
ca. 48–75 €
70 Jahre
ca. 30–45 €
ca. 42–68 €
ca. 55–85 €
ca. 80–125 €
80 Jahre
ca. 60–90 €
ca. 90–140 €
ca. 115–175 €
schwer erhältlich
Hinweis: Raucher zahlen auf diese Beträge einen Aufschlag von ca. 30–50 %.
Einmalbeitrag vs. monatlicher Beitrag<\/h2>
Neben dem klassischen monatlichen Beitrag bieten einige Versicherer auch einen Einmalbeitrag an. Dabei zahlen Sie einmalig einen größeren Betrag und sind dann lebenslang versichert, ohne weitere monatliche Kosten.
Der Einmalbeitrag kann für Personen ab 70–75 Jahren interessant sein, da das Verhältnis von monatlichem Beitrag zur Versicherungssumme sonst sehr ungünstig wird. Für eine Versicherungssumme von 8.000 € könnte ein Einmalbeitrag beispielsweise bei 5.000–7.000 € liegen — abhängig von Alter und Anbieter.
Vorteil des Einmalbeitrags: Keine laufenden Kosten, klare Kalkulation, keine Gefahr, im Alter den Beitrag nicht mehr zahlen zu können. Nachteil: Hohes Kapital auf einmal gebunden, bei frühem Tod möglicherweise günstiger als monatliche Variante gewesen wäre.
Wartezeit: Was passiert, wenn man in der Wartezeit stirbt?<\/h2>
Fast alle Sterbeversicherungen ohne Gesundheitsprüfung haben eine Wartezeit von 2–3 Jahren. In dieser Anfangsphase zahlt die Versicherung bei einem natürlichen Todesfall noch nicht die volle Versicherungssumme aus — stattdessen erhalten die Hinterbliebenen meist:
Die bisher eingezahlten Beiträge zurück (manchmal mit einem geringen Aufschlag)
Oder einen festgelegten Prozentsatz der Versicherungssumme (z. B. 50 % im ersten Jahr, 100 % ab dem dritten Jahr)
Wichtiger Sonderfall: Stirbt die versicherte Person durch einen Unfall, zahlt die Versicherung in der Regel auch in der Wartezeit die volle Summe aus. Die Wartezeit gilt nur für den natürlichen Tod.
Das bedeutet für Sie: Wer kurz nach Vertragsabschluss stirbt, hinterlässt seinen Angehörigen möglicherweise weniger als erwartet. Dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Gesamtkosten über die Laufzeit — ein nüchterner Blick<\/h2>
Hier liegt der größte Pferdefuß der Sterbeversicherung: Wenn Sie lange leben — was wir Ihnen von Herzen wünschen — zahlen Sie insgesamt oft mehr ein als ausgezahlt wird.
Rechenbeispiel: Ein 60-jähriger Nichtraucher schließt eine Sterbeversicherung über 8.000 € ab und zahlt 32 € pro Monat. Wenn er mit 85 Jahren stirbt, hat er 25 Jahre lang Beiträge gezahlt:
25 Jahre × 12 Monate × 32 € = 9.600 € eingezahlt — für eine Versicherungssumme von 8.000 €.
Dieses Missverhältnis ist bei Sterbeversicherungen strukturell bedingt: Sie versichern ein sicheres Ereignis (den Tod) — und ein sicheres Ereignis zu versichern ist teuer. Das Versicherungsprinzip der Risikostreuung greift hier nur begrenzt, weil eben alle Versicherten irgendwann sterben.
Wann lohnt sich die Sterbeversicherung trotzdem?<\/h2>
Trotz der Gesamtkosten-Problematik gibt es Situationen, in denen eine Sterbeversicherung sinnvoll sein kann:
Keine Ersparnisse vorhanden: Wer keine Rücklage für Beerdigungskosten hat, schützt seine Angehörigen vor einer plötzlichen Belastung von 3.000–12.000 €.
Psychologische Entlastung: Viele Menschen möchten ihren Kindern oder Partnern die finanzielle Sorge um die Beerdigung abnehmen — das hat einen Wert, der sich nicht rein rechnerisch ausdrücken lässt.
Kein anderes Sparprodukt möglich: Für Menschen, die nicht diszipliniert sparen können, ist die Sterbeversicherung eine Art erzwungenes Sparen — mit garantierter Leistung.
Hohes Alter oder Vorerkrankungen: Wer ab 70 keine anderen Versicherungen mehr bekommt, findet hier noch eine Möglichkeit der Absicherung.
Die Alternative zur Sterbeversicherung ist ein zweckgebundenes Sparkonto für Bestattungskosten. Wer die Disziplin hat, monatlich 30–40 € zurückzulegen, kommt in 10 Jahren auf 3.600–4.800 € — ohne Wartezeit und ohne Verwaltungskosten des Versicherers.
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Stephan M. Czaja — Versicherungs- & Finanzexperte
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