Risikolebensversicherung mit Beitragsrückgewähr: Sinnvoll?

Risikolebensversicherung mit Beitragsrückgewähr
- Was es ist: RLV, bei der eingezahlte Beiträge zurückgezahlt werden, wenn man die Laufzeit überlebt
- Preis: 2–4× teurer als klassische RLV
- Rendite: In der Regel sehr gering (Inflation beachten)
- Empfehlung: Für die meisten nicht sinnvoll
Die Risikolebensversicherung mit Beitragsrückgewähr (RLV mit BRG) verspricht: Wenn Sie die Versicherungslaufzeit überleben, erhalten Sie alle eingezahlten Beiträge zurück. Klingt gut — aber der Teufel steckt im Detail.
Wie die Beitragsrückgewähr funktioniert

Beispielrechnung: 35-jähriger Nichtraucher, 300.000 € Versicherungssumme, 25 Jahre Laufzeit:
| Variante | Monatsbeitrag | Gesamtbeiträge | Bei Überleben | Jährliche Rendite |
|---|---|---|---|---|
| Klassische RLV | ca. 18–24 € | ca. 5.400–7.200 € | 0 € | — |
| RLV mit Beitragsrückgewähr | ca. 55–80 € | ca. 16.500–24.000 € | 16.500–24.000 € | ca. 0–1 % |
Die Mehrkosten (ca. 40.000 € über 25 Jahre) für die Beitragsrückgewähr würden als ETF-Sparplan (7 % p.a.) zu über 100.000 € anwachsen. Die Beitragsrückgewähr ist also kein Nullsummenspiel — es ist eine sehr teure Sparform.
Wann kann RLV mit BRG sinnvoll sein?
- Für sehr risikoscheue Menschen, die keine Kapitalmarktanlagen mögen
- Steuerlicher Vorteil (nach 12 Jahren + ab 62: nur 50 % des Ertragsanteils steuerpflichtig)
- Als Alternative zur Kapitallebensversicherung — aber günstiger
Für die meisten besser: Klassische RLV + eigenständiges ETF-Depot. Flexibler, renditestärker, billiger.
Bekomme ich wirklich alle Beiträge zurück?
In der Regel werden alle eingezahlten Brutto-Beiträge zurückerstattet — nicht mehr, nicht weniger (ohne Zinsen). Einzelne Anbieter zahlen auch einen kleinen Überschussanteil. Die Inflation bedeutet jedoch, dass 20.000 € in 25 Jahren deutlich weniger wert sind als heute.
Gibt es steuerliche Vorteile?
Bei Verträgen mit 12+ Jahren Laufzeit und Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr gilt das Halbeinkünfteverfahren: Nur 50 % des Ertragsanteils (= Rückzahlung minus eingezahlte Beiträge) ist steuerpflichtig. Da die Rendite aber sehr gering ist, fällt dieser Vorteil kaum ins Gewicht.
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